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St. Barbara

St. Barbara
Die Kirche St. Barbara und das Pfarrhaus liegen im Bereich des früheren Ortsteils Oberliblar an der Bergstraße, Ecke Roncallistraße. Ein guter Name - Angelo Guiseppe Roncalli - das war der Geburtsname des Mannes, der als Papst Johannes XXIII. von 1958 bis 1963 die katholische Kirche leitete.
Ein Zitat von ihm:“Bleibt nicht unbeweglich stehen wie die Statuen in einem Museum. … Wir weilen nicht hier auf Erden, um ein Museum zu hüten, sondern um einen blühenden Lebensgarten zu bestellen, dem eine glorreiche Zukunft verheißen wurde.”
Es könnte u.a. das Motto der Pfarrgemeinde von St. Barbara sein: Beweglichkeit, frischer Wind, Offenheit, Vielseitigkeit, Buntes..., zu der etwa 3100 Gemeindemitglieder gehören.
 
Der Wunsch der Katholiken in Oberliblar nach einer eigenen Kirche ging erst nach dem Zweiten Weltkrieg in Erfüllung. 1925 hatten sie eine Holzbaracke gekauft, die als „Notkirche“ genutzt wurde. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1951 der Bau einer Kirche beschlossen und genehmigt. Die Kirche St. Barbara wurde 1953 fertig gestellt und ist seit 1955 eine selbständige Pfarre.
Der Kölner Architekt Paul Noven realisierte eine schlichte Kirche im Basilikastil mit niedrigen Seitenschiffen, höherem Mittelschiff und überragendem seitlichen Kirchturm. Die Fassaden bestehen aus hart gebrannten Klinkern.
Zur Geschichte von Pfarrkirche und Pfarrei 
Liblars Wachstum vollzog sich in mehreren Schüben. Ein Strukturwandel durch den Braunkohlebergbau hatte schon um 1800 begonnen. Er war verbunden mit einem Wachstumsschub im 19. Jahrhundert. In den folgenden Jahren vergrößerte sich die Einwohnerzahl durch den Zuzug der Bergarbeiter im Donatusdorf. Ein weiterer Zuwachs entstand nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Heimatvertriebenen1). Hatte Liblar im Jahre 1801 etwa 400 Einwohner, so hatte sich die Zahl bis 1959 mehr als verzehnfacht auf 4300 Einwohner, wobei auf das Dorf Liblar 2100, auf Oberliblar 2200 entfielen.
Nach dem Verkauf von Schloss Gracht mit seinen umfangreichen Ländereien an die Gemeinde Liblar im Jahre 1957. Große Teile der Ländereien wurden als neue Baugebiete ausgewiesen, was zu einen regelrechten „Bauboom“ führte. Zunächst wuchs Liblar stark in Richtung Oberliblar, später in südlicher Richtung. Durch den Zuzug zahlreicher Neubürger wurde Liblar zum einwohnerstärksten Stadtteil der heutigen Stadt Erftstadt. 1967 hatte Liblar zusammen mit Oberliblar etwa 6500 Einwohner, 2021 etwa 13.000. 
 
Um die Jahrhundertwende war die Pfarrgemeinde St. Alban in Liblar durch den Zuzug von Arbeitern, die in der Braunkohlenindustrie beschäftigt waren, so angewachsen, dass der Pfarrer schon 1901 die erzbischöfliche Behörde auf die Notwendigkeit hinwies, in der neu entstandenen Bergarbeitersiedlung „Donatusdorf“ in der Nähe des Liblarer Bahnhofs eine neue Kirche für die Katholiken zu bauen2).
 
1910 wurde in Donatusdorf ein Bauverein gegründet, der durch Sammlungen Geld zum Bau der Kirche zusammen trug und ein Baugrundstück erwarb. Der  Erste Weltkrieg verhinderte jedoch den für das Jahr 1914 geplanten Baubeginn im Donatusdorf.
 
Das 1922 in Oberliblar umbenannte Donatusdorf erhielt 1925 eine Holzbaracke als Notkirche. In diesem Provisorium wurde der Gottesdienst bis nach dem Zweiten Weltkrieg gehalten. Erst 1952 konnte an der Bergstraße der Grundstein für eine neue Kirche gelegt werden, die 1953 nach knapp einem Jahr Bauzeit fertiggestellt war und der Schutzheiligen der Bergleute, der hl. Barbara, geweiht wurde.
 
St. Barbara ist eine schlichte Kirche im Basilikastil mit Fassaden aus Backsteinen. Rundfenster durchbrechen den Obergaden, rechteckige Fensterpaare die Seitenwände. West- und Ostwand des südlichen Kirchenbereiches sind durch hohe Fensterbänder fast ganzflächig verglast, während die Südwand fensterlos ist. An der nördlichen Eingangsseite befindet sich über dem viertürigen Portal mit einem vorgesetzten Segmentbogen eine große ummauerte Fensterrosette. Im Giebel des an der Westseite angebauten Turms sind Schallöffnungen angebracht. An der Westseite schließen sich Sakristei und Pfarrhaus an.
 
Ein kleiner Vorraum führt in den Innenraum der Kirche. Das weite Mittelschiff lenkt den Blick auf den Altar im Chorraum, der drei Stufen über dem Niveau des Kirchenschiffes liegt.
 
Die Orgel mit 15 Registern wurde 1955 von der Orgelbaufirma Romanus Seifert in Kevelar geliefert.
Gegenüber der Kirche wurde 1963 - 1964 das Jugendheim und Kindergarten gebaut, mit kleinem Saal, Küsterwohnung und weiteren Besprechungsräumen.
 
Aufgrund  der vielfältigen Aktivitäten in der Pfarrei wurde das Jugendheim zu klein und daher 1998-99 das heutige Pfarrheim gebaut. Die Erweiterung war seit 1993 in der Planung4).
 
Die Seifertorgel aus dem Jahr 1956 wird 2016/2017 renoviert und  die Pfarrkirche erhält 2017 eine komplett durch die Orgelbaufirma Gaida renovierte Orgel. Weitere Informationen können Sie der Festschrift zur Orgelweihe entnehmen. Die Festschrift finden Sie hier.
 
Folgende Pfarrer wirkten an St. Barbara3):
1953 - 1960   Hans Grunwald                                                
1960 - 1979   Matthias Hockelmann                                     
1979 - 2015   Winfried Jansen (leitender Pfarrer)                 
2015 - 2016   Hans-Peter Kippels (Pfarrverweser)                
2016 - 2022   Liviu-Vasile Bălăşcuţi (leitender Pfarrer)
2022 - dato    Hans-Peter Kippels  (leitender Pfarrer)     
 
Informationen über die Fenster von St. Barbara finden Sie hier.
 
1)   www.erftstadt.de/web/infos-zu-erftstadt/stadtbezirke/liblar
2)    Wikipedia.org/wiki/St_Barbara_(Liblar)
3)    Festschrift St. Barbara – 40 Jahre
4)    Festschrift St. Barbara – 50 Jahre

 

 

 

 

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